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Förderung von selbst genutztem Wohneigentum

Das Land Baden-Württemberg unterstützt im Rahmen des jeweils gültigen Landeswohnraumförderungsprogramms landesweit (in Gebietskategorien I bis III) Paare und Alleinerziehende mit mindestens einem haushaltsangehörigen Kind sowie schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen bei der Verwirklichung ihres Wunsches nach selbst genutztem Wohneigentum. Junge kinderlose Paare werden in die Förderung einbezogen. Gefördert werden der Bau und Erwerb neuen Wohnraums, Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen im Gebäudebestand sowie der Erwerb bestehenden Wohnraums.


Im Rahmen der Eigentumsförderung gewährt das Land durch die Landeskreditbank Baden-Württemberg – Förderbank (L-Bank) zinsvergünstigte Darlehen und Zuschüsse.


Paare und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind sowie schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen können unter anderem bei Einhaltung der maßgeblichen Einkommensgrenze ein sogenanntes Z 15-Darlehen beantragen. Hierbei handelt es sich um ein Kapitalmarktdarlehen mit 15-jähriger Zinsverbilligung.


Außerdem können Paare mit Kind – gegebenenfalls zusätzlich zum Z 15-Darlehen – und junge kinderlose Paare ein Optionsdarlehen beantragen. Das Optionsdarlehen ist ein Kapitalmarktdarlehen ohne Zinsverbilligung, jedoch versehen mit der Zusage einer Ergänzungsförderung. Die Ergänzungsförderung wird fällig, falls und sobald ein Kind innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des Darlehensvertrags in den Haushalt aufgenommen wird. Wird nur ein Optionsdarlehen beantragt, muss die maßgebliche Einkommensgrenze erst zum Zeitpunkt der erstmaligen Beantragung der Ergänzungsförderung eingehalten werden. Die Gewährung eines Optionsdarlehens setzt unter anderem voraus, dass ein Kinderzimmer geschaffen wird oder beim Erwerb vorhanden ist. Kinderzimmer müssen die erforderliche Größe aufweisen.


Liegt das Vorhaben in einem Ortszentrum, kann ein Förderzuschlag gewährt werden.


Zusätzlich können neuartige Konzepte des innovativen Wohnungsbaus, ökologisch wirksame Bauausführungen sowie Maßnahmen schwerbehinderter Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen und die barrierefreie Gestaltung des selbst genutzten Wohneigentums berücksichtigt werden, um nachzuweisende Mehrkosten zumindest in Teilen abzudecken. Hierbei ist teilweise auch eine entsprechende Zuschussförderung möglich.

Zuständigkeit

Wohnraumförderungsstelle im Landratsamt bzw. bei Stadtkreisen im Bürgermeisteramt des Bauortes.

Voraussetzungen

Für eine Förderung ist insbesondere Folgendes zu beachten:

  • Zielgruppen der Förderung sind
    • Ehepaare, Lebenspartpartner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes, auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaften (Paare) jeweils mit mindestens einem haushaltsangehörigen Kind,
    • Alleinerziehende mit mindestens einem haushaltsangehörigen Kind,
    • junge kinderlose Paare (Paare, bei denen beide Partner höchstens 45 Jahre alt sind und deren gemeinsamen Haushalt kein minderjähriges Kind angehört),
    • schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen, welche durch Art und Grad der Behinderung bedingt sind.
  • Das Gesamtjahreseinkommen des Antragstellers und seiner Haushaltsangehörigen darf die Einkommensgrenze nach Nummer 3.1.3.1 beziehungsweise 3.1.3.1 in Verbindung mit 3.1.3.6 der Verwaltungsvorschrift zum Landeswohnraumförderungsprogramm nicht übersteigen. Im Anhang 1 auf Seite 49 der Verwaltungsvorschrift zum Landeswohnraumförderungsprogramm finden Sie die genauen Einkommensgrenzen, gestaffelt nach der Anzahl der haushaltsangehörigen Personen.
  • Mit der Maßnahme darf in der Regel noch nicht begonnen worden sein.
  • Gefördert wird nicht, wer bereits über angemessenen familiengerechten Wohnraum verfügt. Es wird grundsätzlich nur Wohnraum gefördert, dessen Wohnfläche 160 Quadratmeter für bis zu vier Haushaltsangehörige nicht übersteigt. Die Wohnflächengrenze kann in Einzelfällen überschritten werden.
  • Selbst genutzter Wohnraum wird regelmäßig nur gefördert, wenn die Gesamtkosten abzüglich der Grundstücks- und Finanzierungskosten 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht überschreiten. In jedem Fall sollen folgende Kostenobergrenzen nicht überschritten werden:
    • Einfamilienhäuser: 275.000 Euro
    • selbst genutzte Eigentumswohnung beziehungsweise selbst genutzte Wohnung im eigenen Zwei- oder Mehrfamilienhaus: 225.000 Euro
    Diese Kostenobergrenzen umfassen nicht die Kosten von Garagen, Carports und Stellplätzen/Tiefgaragenplätzen. Überschreitungen können bei besonderen Verhältnissen im Einzelfall zugelassen werden.
  • Wenn Sie
    • den Zuschlag für Ortszentren beantragen, ist eine Bestätigung der Gemeinde vorzulegen, dass der zu errichtende oder zu erwerbende Wohnraum in einem Ortszentrum oder Ortsteilzentrum liegt. Als solche gelten überwiegend vor 1950 besiedelte innerstädtische oder innerdörfliche Flächen, die in einem engen räumlichen Bezug zu einem historischen, wirtschaftlichen oder kulturellen Zentrum der Gemeinde stehen.
    • den Zuschlag für innovativen Wohnungsbau beantragen, ist ein neuartiges Konzept (z.B. für kostengünstiges, nachhaltiges Bauen, in besonderer Weise flächensparende Bauausführungen oder Vorhaben des innerstädtischen Wohnens) vorzulegen.
    • den Zuschlag für ökologisch wirksame Bauausführungen beantragen, sind die in der Verwaltungsvorschrift zum Landeswohnraumförderungsprogramm vorgegebenen Standards einzuhalten.
    • die Förderung für schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen beantragen, darf nicht ein vorrangiger Leistungsträger (z.B. Pflege- und Krankenversicherung oder Berufsgenossenschaft) zur Leistung verpflichtet sein.
    • die Förderung für barrierefreies Bauen beantragen, sind die als Technische Baubestimmungen eingeführten DIN-Normen vollständig umzusetzen. Auch hier darf nicht ein vorrangiger Leistungsträger (z.B. Pflege- und Krankenversicherung oder Berufsgenossenschaft) zur Leistung verpflichtet sein.
  • Der Förderempfänger hat eine angemessene Eigenleistung zu erbringen. Diese beträgt bei einer erstrangigen Absicherung des Darlehens grundsätzlich 15 Prozent, im Übrigen mindestens 25 Prozent der Gesamtkosten.

Ablauf

Förderanträge müssen Sie auf dem vorgesehenen Vordruck der L-Bank bei der zuständigen Wohnraumförderungsstelle im Landratsamt beziehungsweise bei Stadtkreisen im Bürgermeisteramt des Bauortes einreichen.


Den Antragsvordruck erhalten Sie unter "Formulare & Onlinedienste" sowie bei der Wohnraumförderungsstelle oder auch elektronisch direkt bei der L-Bank.


Die vollständigen und förderfähigen Anträge werden durch die Wohnraumförderungsstelle der L-Bank als Bewilligungsstelle zur weiteren Bearbeitung zugeleitet.

Unterlagen

Eine Übersicht der erforderlichen Unterlagen, Dokumente und Selbstauskünfte finden Sie im Antragsformular der L-Bank.

Fristen

Anträge können in der Geltungsdauer des jeweiligen Landeswohnraumförderungsprogramms laufend gestellt werden.

Sonstiges

Weitere Informationen zur Förderung, insbesondere auch zu den Einkommensgrenzen und zur jeweiligen Art und Höhe der Förderung, finden Sie auf den Internetseiten des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg sowie der L-Bank.


Die Wohnraumförderungsstellen erteilen Auskünfte und beraten Antragsteller zu den konkreten Vorhaben.


Bei Finanzierungsfragen wenden Sie sich bitte an die L-Bank unter der Telefonnummer 0800/ 150-3030 (kostenlos aus deutschem Festnetz oder mit deutschem Mobilfunknetz und -provider).

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen