Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

Nach dem Alphabet anzeigen

A | Ä | B | D | e | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | Ö | P | Q | R | S | T | U | Ü | V | W | Z |

Begabtenförderung berufliche Bildung - nach einer Ausbildung im dualen Ausbildungssystem

Die Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung gGmbH (SBB) führt im Auftrag der Bundesregierung das Förderprogramm "Begabtenförderung berufliche Bildung" durch.  Junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, die die Fördervoraussetzungen erfüllen, können ein Stipendium für anspruchsvolle berufsbegleitende Weiterbildungen erhalten. Für Absolventen dualer Ausbildungsberufe wird das Förderprogramm überwiegend von den Kammern durchgeführt.


Die Begabtenförderung beträgt höchstens 5.100 Euro.



Förderfähig sind beispielsweise:

  • berufs- und fachbezogene Kurse und Lehrgänge
  • Vorbereitungskurse auf Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildung (z.B. Meister, Techniker, Betriebswirt)
  • Seminare zum Erwerb fachübergreifender und sozialer Kompetenzen (z.B. Fremdsprachen, EDV, Mitarbeiterführung)
  • berufsbegleitende Studiengänge, die auf der Ausbildung oder der aktuellen Berufstätigkeit aufbauen

Nicht gefördert werden unter anderem:

  • Vollzeitstudiengänge ohne begleitendes Arbeitsverhältnis
  • Zweitausbildungen
  • Vorbereitungslehrgänge auf allgemeinbildende Schulabschlüsse

Achtung: Wer während des Bezugs eines Stipendiums der Begabtenförderung ein akademisches Studium ohne begleitendes Arbeitsverhältnis von mindestens 15 Stunden pro Woche beginnt, scheidet aus dem Programm aus.

Zuständigkeit

Die für Ihren Ausbildungsgang zuständige Kammer
Hinweis:
Die Aufgaben der Wirtschaftsprüferkammer nimmt die Steuerberaterkammer wahr.

Voraussetzungen

Um die Aufnahme in das Förderprogramm können Sie sich bewerben, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind jünger als 25 Jahre oder Sie können folgende anrechenbare Zeiten nachweisen (bis zu 3 Jahre):
    Mutterschutz und Elternzeit, Grundwehr- oder Zivildienst, freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr, Tätigkeit als Entwicklungshelfer, Erkrankungen, die länger als drei Monate dauern, Besuch einer beruflichen Vollzeitschule.
  • Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO).
  • Sie sind abhängig beschäftigt oder selbständig tätig, für eine Vollzeitweiterbildung beurlaubt oder freigestellt, Arbeit suchend gemeldet oder Sie besuchen eine Aufstiegsfortbildung in Vollzeit, die nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderfähig ist.
  • Sie haben bei der Abschlussprüfung mindestens 87 Punkte erzielt (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnittsnote 1,9 oder besser) oder in einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb einen der ersten drei Plätze erreicht oder Sie wurden von Ihrer Berufsschule oder Ihrem Arbeitgeber mit einer Begründung für das Stipendium vorgeschlagen.

Bitte beachten Sie, dass im Einzelnen die Richtlinien der jeweiligen Kammer zu berücksichtigen sind.


Nicht aufgenommen werden:

  • Studierende in Vollzeit ohne begleitendes Arbeitsverhältnis von mindestens 15 Stunden pro Woche
  • Hochschulabsolventen
  • geringfügig Beschäftige (Beschäftigungsverhältnisse von weniger als 15 Stunden pro Woche)
  • Personen, die 28 Jahre oder älter sind

Hinweis: Auch wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, besteht kein Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Begabtenförderung. Gibt es mehr Bewerber als Stipendienplätze, entscheidet ein Auswahlverfahren.

Ablauf

Das Programm besteht aus einem zweistufigen Verfahren:


1. Aufnahme in die Begabtenförderung


Zunächst müssen Sie sich um das Stipendium bewerben. Nehmen Sie dazu Kontakt mit der zuständigen Stelle auf, nachdem Sie geklärt haben, ob die Zulassungsvoraussetzungen auf Sie zutreffen. Diese schickt Ihnen dann ein Antragsformular (sogenanntes Stipendienstammblatt) und Informationsmaterialien zu.


Das ausgefüllte Stipendienstammblatt reichen Sie mit den anderen erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen Stelle ein. Diese entscheidet dann über Ihre Aufnahme.


2. Prüfen der Förderfähigkeit einer bestimmten Weiterbildung


Wenn Sie als Stipendiat aufgenommen wurden, können Sie sich die gewünschten Weiterbildungsmaßnahmen aussuchen und dafür eine Förderung beantragen.


Für jede einzelne Weiterbildungsmaßnahme, die Sie in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie einen eigenen Förderantrag stellen, da die zuständige Stelle immer prüft, ob die jeweilige Maßnahme förderfähig ist. Ist die gewünschte Maßnahme förderfähig, schließt die zuständige Stelle mit Ihnen eine Fördervereinbarung ab, in der genau festgelegt ist, wann und in welchen Raten die Förderung ausbezahlt wird.

Unterlagen

Für die Aufnahme:

  • ausgefülltes Stipendienstammblatt (das Antragsformular)
  • Kopie des Prüfungszeugnisses
  • Nachweis über Ihre Berufstätigkeit mit Angabe der zu leistenden Stunden (Bestätigung des Arbeitgebers) oder Bescheinigung der Arbeitsagentur, dass Sie Arbeit suchend gemeldet sind oder Nachweis über Vollzeitweiterbildung
  • gegebenenfalls Nachweis der Anrechnungszeiten (z.B. Wehrdienst)
  • falls Sie in Ihrer Abschlussprüfung weniger als 87 Punkte beziehungsweise einen schlechteren Notendurchschnitt als 1,9 erzielt haben: begründeter Vorschlag Ihres Arbeitgebers oder Ihrer Berufsschule (es sind die besonderen Gründe darzulegen, die Ihre Aufnahme in die Förderung rechtfertigen – normale Arbeitszeugnisse reichen nicht) oder Urkunde des überregionalen Leistungswettbewerbs

Fristen

Jede zuständige Stelle setzt unterschiedliche Bewerbungstermine fest. Sie sollten sich dort deshalb schon frühzeitig nach Bewerbungsfristen erkundigen.


Das Stipendium erhalten Sie ab dem ersten Tag, an dem Sie in die Begabtenförderung aufgenommen werden. Unabhängig vom konkreten Aufnahmetermin gilt das Aufnahmejahr als erstes Förderungsjahr. Das Stipendium erstreckt sich über drei Kalenderjahre und dauert grundsätzlich bis zum 31. Dezember des übernächsten Jahres.


Die Förderung für jede einzelne gewünschte Weiterbildungsmaßnahme müssen Sie vor Beginn der Maßnahme beantragen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.

Kosten

Der Eigenanteil beträgt seit dem 1. Januar 2011 zehn Prozent für jede Fördermaßnahme.


Lebenslagen