Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

Nach dem Alphabet anzeigen

Ä | A | B | D | e | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | Ö | P | Q | R | S | T | U | Ü | V | W | Z |

Krankenversicherung für Freiberufler

Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Selbstständig Erwerbstätige hingegen gehören grundsätzlich nicht zum versicherungspflichtigen Personenkreis. Ausnahmen gelten für Landwirte sowie selbstständige Künstler und Publizisten. Diese müssen sich bei der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung beziehungsweise Künstlersozialversicherung versichern.


Künstler und Publizisten erhalten hierzu weitere Informationen in der Verfahrensbeschreibung "Künstlersozialkasse (KSK) – Anmeldung".


Für alle anderen selbstständig tätigen Personen ist die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen möglich.


Selbstständige, die sich nicht bei der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichern möchten oder die die Voraussetzungen für die freiwillige Versicherung nicht erfüllen, können sich privat versichern.


Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, gesetzlichen Versicherungsschutz mit privatem zu kombinieren: Wenn Ihnen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht ausreichen, können Sie private Zusatzversicherungen abschließen.


Tipp: Der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. bietet Informationen über das Angebot der privaten Krankenversicherung.

Zuständigkeit

  • für eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung: die gesetzliche Krankenkasse, bei der Sie zuletzt versichert waren
  • für eine Versicherung in der privaten Krankenversicherung: jedes Unternehmen, das eine private Krankenversicherung anbietet

Voraussetzungen

Die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, wenn Sie

  • vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren,
  • in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens 24 Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden zwölf Monate versichert waren und die freiwillige Mitgliedschaft innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der vorherigen Versicherung beantragt wird.

Hinweis: Seit 1. April 2007 besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung für Personen, die keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall haben und zuletzt gesetzlich krankenversichert waren. Dies gilt beispielsweise dann, wenn Sie sich in der Vergangenheit gegen eine freiwillige Mitgliedschaft entschieden und sich auch nicht bei einem privaten Versicherungsunternehmen gegen Krankheit versichert hatten.

Ablauf

Wenn Sie sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern möchten, lassen Sie sich bitte von Ihrer Krankenkasse beraten. Dort erhalten Sie die Antragsformulare. Viele Krankenkassen bieten sie auch in deren Onlineauftritt zum Download an.


Um Mitglied in der privaten Krankenversicherung zu werden, können Sie sich zunächst von der Krankenkasse Ihrer Wahl ein Angebot erstellen lassen. Sprechen Sie persönlich bei dem Anbieter vor oder wenden Sie sich schriftlich an ihn. In den meisten Fällen besteht auch die Möglichkeit, online ein Angebot anzufordern.

Fristen

Sie müssen den Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenkasse Ihrer Wahl innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der vorherigen Versicherung melden. Die freiwillige Mitgliedschaft beginnt dabei immer im unmittelbaren Anschluss. Ein späterer Beitritt ist nicht möglich.

Kosten

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung richten sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des freiwilligen Mitglieds und werden auf der Grundlage der regelmäßigen Einnahmen zum Lebensunterhalt (z.B. Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit gemäß Steuerbescheid) und des seit 1. Januar 2009 geltenden bundesweit einheitlichen Beitragssatzes der Krankenkassen ermittelt. Allerdings sind für die Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder bestimmte Mindestbemessungsgrundlagen als Einnahmen zum Lebensunterhalt, insbesondere für hauptberuflich Selbstständige, gesetzlich vorgeschrieben.


Die Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung richten sich dagegen nicht nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sondern nach dem individuellen Versicherungsrisiko (z.B. nach Alter und Vorerkrankungen).

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen