Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

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Kündigung des Ausbildungsverhältnisses nach der Probezeit

Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb

Nicht alle Ausbildungen verlaufen zur Zufriedenheit des Ausbildungsbetriebs und des Auszubildenden. In vielen Fällen können frühzeitige Gespräche mit dem Auszubildenden, der Jugendvertretung oder dem Betriebsrat helfen, Tatbestände, die einer Fortsetzung der Ausbildung im Wege stehen, zu klären. Hilfestellung bieten auch die Ausbildungsberater der für die Ausbildung zuständigen Stellen.


Ist im Ausnahmefall eine Besserung nicht in Sicht, sollten Sie als Ausbildungsbetrieb den Auszubildenden schriftlich abmahnen. Daran soll der Auszubildende erkennen, dass Sie mit seiner Leistung und/oder seinem Verhalten nicht zufrieden sind. Bei Bedarf sind auch mehrfache Abmahnungen möglich.


Tipp: Beratung und Hilfe zum Umgang mit problematischen Auszubildenden erhalten Sie in der Regel bei Kammern oder Innungen und Berufsschulen.


Als letztes Mittel kann auch nach Ablauf der Probezeit eine fristlose Kündigung des Ausbildungsvertrages ausgesprochen werden.


Die rechtlichen Voraussetzungen sind im Einzelfall kompliziert. Wir raten dringend, rechtlichen Rat einzuholen.

Zuständigkeit

die für Ihr Unternehmen für die Ausbildung zuständige Stelle (Kammer oder Regierungspräsidium)

Voraussetzungen

Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausbildungsvertrag vom Ausbildenden nur noch fristlos und bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gekündigt werden. Eine ordentliche Kündigung durch den Ausbildenden ist dann nicht mehr möglich.

Bevor Sie eine Kündigung aussprechen können, müssen Sie den Auszubildenden in der Regel mehrmals aufgrund seines widrigen Verhaltens abmahnen.


Ein wichtiger Grund liegt dann vor, wenn die Fortsetzung der Ausbildung bis zum Ende der Ausbildung unter Berücksichtigung aller Umstände des jeweiligen Einzelfalles und unter Abwägung des Interesses der beiden Vertragsparteien (Ausbildungsbetrieb und Auszubildender) nicht zumutbar ist. Je weiter fortgeschritten der Auszubildende in seiner Ausbildung ist, umso strenger sind die Anforderungen an den Kündigungsgrund. Kurz vor Beendigung der Ausbildung ist eine Kündigung im Allgemeinen nur noch in ganz besonderen Ausnahmefällen möglich.


Ein besonderer Kündigungsschutz gilt für Angehörige der Jugendvertretung, für Wehr- und Zivildienstleistende, für Schwangere, für Auszubildende in Elternzeit und Schwerbehinderte.


Ablauf

Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, müssen Sie als Ausbildungsbetrieb alle Möglichkeiten ausschöpfen, die zu einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung führen könnten, beispielsweise

  • den Auszubildenden in eine andere Abteilung versetzen,
  • die Ausbildung in einem Verbundbetrieb oder in einer außerbetrieblichen Bildungsstätte ermöglichen.

Scheitern diese Versuche und sind bereits Abmahnungen ausgesprochen worden, müssen Sie die zuständige Personalvertretung (gegebenenfalls auch die Jugendvertretung) beteiligen.


Allgemeine Informationen über die Formalien einer außerordentlichen Kündigung finden Sie im Kapitel "Kündigung durch den Arbeitgeber". Bei minderjährigen Auszubildenden ist insbesondere zu beachten, dass die Kündigung gegenüber den gesetzlichen Vertretern (dies sind in der Regel die Eltern) erklärt werden muss.


Wird die Kündigung wirksam, ist eine Abmeldung aus dem Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse erforderlich. Einen Vordruck zur Abmeldung des Auszubildenden finden Sie beispielsweise auf den Seiten der Handwerkskammer.
Zudem müssen Sie Ihren Auszubildenden bei der Berufsschule und bei der Krankenkasse abmelden.


Sonstiges

Ist der Auszubildende mit der Kündigung nicht einverstanden, kann er sich bei Bestehen eines Schlichtungsausschusses gemäß § 111 Abs. 2 ArbGG bei der zuständigen Stelle, nicht direkt an ein Arbeitsgericht wenden, sondern muss zunächst die Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuss beantragen.

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen