Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

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Waffenbesitzkarte im Erbfall

Der Umgang mit Waffen oder Munition wird im Waffengesetz des Bundes geregelt und bedarf grundsätzlich einer Erlaubnis.


Wenn Sie eine erlaubnispflichtige Schusswaffe erben und diese in Ihrem Besitz behalten wollen, gilt Folgendes:

  • Sie müssen die Schusswaffe, sofern Sie bereits Inhaber einer Waffenbesitzkarte sind, in die Waffenbesitzkarte eintragen lassen.
  • Sind Sie noch nicht Inhaber einer Waffenbesitzkarte, müssen Sie eine solche bei der zuständigen Waffenbehörde beantragen.
    Voraussetzung dafür ist, dass der Erblasser die Schusswaffe berechtigt besessen hat und der Antragsteller waffenrechtlich zuverlässig und persönlich geeignet ist.
  • Sofern Sie nicht über die für den Umgang mit Schusswaffen erforderliche Sachkunde (z.B. als Jäger oder Sportschütze) verfügen, müssen die geerbten Schusswaffen grundsätzlich durch ein Blockiersystem gesichert und der Einbau der Blockiersysteme gegenüber der Waffenbehörde nachgewiesen werden.
  • Eventuell geerbte Munition ist entweder unbrauchbar zu machen oder einem Berechtigten zu überlassen.

Sie können die geerbte Waffe auch bei der Waffenbehörde abgeben. Die Waffe wird dann in der Regel vernichtet.


Welche Waffen erlaubnispflichtig sind, ist der Anlage 2 zum Waffengesetz (Waffenliste) zu entnehmen.


Schusswaffen müssen in jedem Fall ordnungsgemäß aufbewahrt werden. Erlaubnispflichtige Schusswaffen dürfen nur in den dafür vorgeschriebenen Sicherheitsbehältnissen aufbewahrt werden.


Tipp: Gelangen Sie infolge einer Erbschaft in den Besitz einer Schusswaffe oder haben Sie in der Vergangenheit eine Waffe geerbt, empfehlen wir Ihnen, sich zur Klärung der waffenrechtlichen Fragen mit der zuständigen Behörde in Verbindung zu setzen.


Der unerlaubte Umgang mit Waffen ist eine Straftat – in bestimmten Fällen eine Ordnungswidrigkeit.

Zuständigkeit

für die Durchführung des Waffengesetzes (von wenigen Ausnahmen abgesehen): die Kreispolizeibehörden

Kreispolizeibehörde ist, je nach Wohnort, die Stadtverwaltung oder das Landratsamt.


Voraussetzungen

für die Erteilung einer Waffenbesitzkarte im Erbfall:

  • Alter
    • grundsätzlich Vollendung des 18. Lebensjahres
    • Sportschützen, die großkalibrige Waffen erwerben und besitzen wollen, müssen das 21. Lebensjahr vollendet haben.
    • Sind Sie als Erbe noch minderjährig, müssen Sie die Waffe bis zur Vollendung Ihres 18. Lebensjahres einem waffenrechtlich Berechtigten überlassen.
  • Zuverlässigkeit
    Die erforderliche Zuverlässigkeit setzt vor allem voraus, dass Sie nicht vorbestraft sind.
  • persönliche Eignung
    Die erforderliche persönliche Eignung besitzen beispielsweise diejenigen Personen nicht, bei denen Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie geschäftsunfähig, alkoholabhängig oder psychisch krank sind.
  • Nachweis des Einbaus eines Blockiersystems
    Das Blockiersystem darf nur durch hierin eingewiesene Inhaber einer Waffenherstellungserlaubnis oder einer Waffenhandelserlaubnis oder durch deren hierzu bevollmächtigten Mitarbeiter erfolgen. Vorschriften hierzu hat der Bund in der "Technischen Richtlinie – Blockiersysteme für Erbwaffen" aufgestellt. Die Waffenbehörde hat Ausnahmen von der Verpflichtung, Erbwaffen mit einem Blockiersystem zu sichern, zuzulassen, solange ein entsprechendes Blockiersystem für die Waffe noch nicht vorhanden ist.

Ablauf

Sie müssen bei der zuständigen Behörde innerhalb eines Monats nach Annahme der Erbschaft einen Antrag auf Erteilung einer Waffenbesitzkarte stellen. Das Antragsformular liegt dort aus. Je nach Angebot der Behörde steht Ihnen das Antragsformular auch elektronisch zum Download zur Verfügung.


Die zuständige Behörde prüft, ob die erforderliche Zuverlässigkeit des Antragstellers vorliegt. Dazu holt sie eine Auskunft aus dem Bundeszentralregister und aus dem zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister sowie eine Stellungnahme der örtlichen Polizeidienststelle ein.


Den Nachweis der persönlichen Eignung und über den Einbau des Blockiersystems müssen Sie selbst erbringen. Soweit erforderlich, ist der Einbau eines Blockiersystems von Ihnen zu veranlassen.


Hat die zuständige Behörde Bedenken, ob die persönliche Eignung vorliegt, kann sie ein amts- oder fachärztliches oder ein fachpsychologisches Zeugnis über die geistige oder körperliche Eignung verlangen. Wenn Sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, müssen Sie für die erstmalige Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz einer Schusswaffe in jedem Fall ein amts- oder fachärztliches oder fachpsychologisches Zeugnis über die geistige Eignung vorlegen.

Unterlagen

  • Personalausweis oder Reisepass (bei Ausländern: Nationalpass)
  • Nachweis der Erbberechtigung (Testament, Erbschein)
  • Verzichtserklärung eventueller Miterben
  • Waffenbesitzkarte des Verstorbenen
  • eventuell ein amts- oder fachärztliches oder ein fachpsychologisches Zeugnis über Ihre persönliche Eignung
  • eventuell Nachweis über den Einbau des Blockiersystems

Fristen

Als Erbe müssen Sie binnen eines Monats nach der Annahme der Erbschaft oder dem Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vorgeschriebenen Frist die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte beantragen.


Waffen, die Sie aus Anlass des Todes des bisherigen Waffenbesitzers in Besitz nehmen, müssen Sie jedoch unverzüglich der zuständigen Behörde anzeigen.

Kosten

Die Erteilung einer Waffenbesitzkarte ist kostenpflichtig. Die zuständige Behörde teilt Ihnen die Höhe der Kosten auf Anfrage gerne mit.

Sonstiges

Sie müssen Waffen so verwahren und transportieren, dass sie gegen den Zugriff Dritter gesichert sind. Erlaubnispflichtige Schusswaffen dürfen Sie grundsätzlich nur getrennt von Munition und in geeigneten Sicherheitsschränken aufbewahren. Der Transport der Waffen darf nur in einem ungeladenen Zustand und in einem verschlossenen Behältnis erfolgen.


Bei Verstößen gegen diese Sicherungspflichten müssen Sie mit Geldbußen – bei schwerwiegenden Verstößen sogar mit einer Freiheitsstrafe – und Einziehung der Waffen rechnen.

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen