Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

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Wechsel der Krankenkasse

Als Arbeitnehmer sind Sie in der Regel versicherungspflichtig, das heißt, Sie müssen Beiträge an eine Krankenkasse bezahlen. Die Beiträge werden direkt von Ihrem Lohn abgezogen und durch Ihren Arbeitgeber (zusammen mit dem Arbeitgeberanteil) abgeführt.


Während früher die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse vom Beruf oder der Tätigkeitsbranche abhängig war, können mittlerweile versicherungspflichtige und freiwillige Mitglieder ihre Krankenkasse wechseln. Keine offene gesetzliche Krankenkasse darf Ihnen die Aufnahme als Mitglied verwehren.


Hinweis: Ausnahmen bilden bestimmte Krankenkassen, die in ein berufsständisches Sondersystem (z.B. Landwirte) einbezogen sind.


Ein Krankenkassenwechsel kommt für Sie beispielsweise dann in Betracht, wenn Sie mit den angebotenen Wahltarifen nicht einverstanden sind oder Ihre Krankenkasse zusätzlich zum einheitlichen Beitragssatz einen Zusatzbeitrag erhebt. Haben Sie sich bereits für einen Wahltarif entschieden, sind Sie an Ihre Krankenkasse für die Dauer von drei Jahren gebunden. Diese Mindestbindungsfrist verkürzt sich bei bestimmten Wahltarifen auf ein Jahr.


Der allgemeine Beitragssatz der Krankenkassen ist seit 1. Januar 2009 bundeseinheitlich und liegt seit 1. Januar 2011 bei 15,5 Prozent.


Viele private Anbieter – die in der Regel freiwillige Mitglieder mit Verdiensten oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze anwerben – bieten Vergleichsrechner an, mit denen Sie Ihre Beitragsbelastung ermitteln können.

Zuständigkeit

Ihre Krankenkasse

Voraussetzungen

Die Kündigung der Krankenkasse darf erst nach der gesetzlichen Mindestbindungsdauer von 18 Monaten erfolgen, das heißt, Sie müssen seit mindestens 18 Monaten bei dieser Krankenkasse versichert sein.


Die Mindestbindung muss nicht berücksichtigt werden, wenn eine Krankenkasse einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhebt, den Zusatzbeitrag erhöht oder die Auszahlung von Prämien verringert (Sonderkündigungsrecht).


Die Krankenkasse hat ihre Mitglieder auf das Kündigungsrecht spätestens einen Monat vor erstmaliger Fälligkeit hinzuweisen, ansonsten verschieben sich die Erhebung oder die Erhöhung des Zusatzbeitrags und die Frist für die Ausübung des Sonderkündigungsrechts um den entsprechenden Zeitraum. Von Mitgliedern, die das Sonderkündigungsrecht wegen der erstmaligen Erhebung oder der Erhöhung des Zusatzbeitrags fristgemäß ausgeübt haben, wird der (erhöhte) Zusatzbeitrag nicht erhoben. Wird die Kündigung jedoch nicht wirksam, weil Sie keinen Nachweis über die Fortsetzung der Versicherung bei einer anderen Krankenkasse vorlegen, wird der Zusatzbeitrag im vollen Umfang erhoben.


Im Übrigen gilt die Mindestbindung nicht, wenn die Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung generell beendet werden soll (z.B. Wechsel eines freiwilligen Mitglieds in die private Krankenversicherung).


Sie können in der Regel nicht mit sofortiger Wirkung kündigen, sondern mit einer Frist von zwei Kalendermonaten.


Achtung: Wenn Sie im Zusammenhang mit dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag kündigen, gilt das Sonderkündigungsrecht bis zur erstmaligen Fälligkeit der Beitragserhebung, der Beitragserhöhung oder der Prämienverringerung.


Seit 1. April 2007 können die Krankenkassen auch sogenannte Wahltarife anbieten. Haben Sie sich für diese Option bei Ihrer Krankenkasse entschieden, so sind Sie in der Regel für drei Jahre an diese Krankenkasse gebunden, bei manchen Wahltarifen können Sie aber schon nach einem Jahr kündigen. Dies gilt auch, wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder ihn erhöht.


Hinweis: Zwischen dem Wechsel von einer zur anderen Krankenkasse darf keine Lücke entstehen – der Versicherungsschutz muss ohne Unterbrechung bestehen.

Ablauf

Die Kündigung bei Ihrer alten Krankenkasse muss schriftlich erfolgen. Die gekündigte Krankenkasse ist verpflichtet, Ihnen unverzüglich, spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung, eine Kündigungsbestätigung auszustellen.


Die Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse müssen Sie ebenfalls schriftlich beantragen und dabei mit der Kündigungsbestätigung nachweisen, dass Sie bei Ihrer bisherigen Krankenkasse gekündigt haben.


Tipp: Viele Krankenkassen bieten bereits die Möglichkeit, die Mitgliedschaftserklärung direkt online auszufüllen.


Den Wechsel der Krankenkasse müssen Sie unverzüglich Ihrem Arbeitgeber mitteilen. Wenn Sie zum Zeitpunkt des Wechsels bei keinem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen Sie noch während der Kündigungsfrist die neue Mitgliedschaft bei Ihrer alten Krankenkasse nachweisen (mittels Mitgliedsbescheinigung), da Ihre Kündigung ansonsten unwirksam ist.

Unterlagen

Wenn Sie Ihre Kündigung persönlich bei Ihrer Krankenkasse vornehmen, sollten Sie Ihre Krankenversichertenkarte mitnehmen und Ihre Kündigung in Schriftform vorlegen.

Fristen

Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich. Gerechnet wird von dem Monat an, in dem Sie Ihre Kündigung erklären.

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen