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Künstlersozialkasse (KSK) - Anmeldung

Generell sind Selbstständige nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Eine Ausnahme hiervon besteht für selbstständige Künstler und Publizisten. Sie sind über die Künstlersozialkasse (KSK) in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, und Pflegeversicherung pflichtversichert. Für selbstständige Künstler und Publizisten bedeutet dies, dass sie sich bei der KSK versichern müssen, sobald sie die Voraussetzungen für die Aufnahme erfüllen.


Hinweis: Nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ist Künstler, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.


Wenn Sie als selbstständiger Künstler oder Publizist versicherungspflichtig sind, müssen Sie monatlich Beitragszahlungen an die KSK leisten. Berechnungsfaktoren für die Beitragszahlungen sind zum einen die voraussichtlichen Einkünfte aus der selbstständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit und zum anderen die Beitragssätze zu den einzelnen Versicherungszweigen.


Voraussichtliche Einkünfte


Wegen der schwankenden Einkommensverhältnisse bei einer selbstständigen Tätigkeit kommt es für die Ermittlung der monatlichen Versicherungsbeiträge nicht auf ein Monatseinkommen an, sondern auf das voraussichtliche Jahresarbeitseinkommen aus selbstständiger künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit.


Hinweis: Wenn Versicherungspflicht besteht, obwohl das Arbeitseinkommen die Geringfügigkeitsgrenzen unterschreitet (z.B. möglich bei Berufsanfängern), werden Mindestbeiträge berechnet, die sich für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge an der Geringfügigkeitsgrenze in Höhe von 3.900 Euro und für die Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an der Bezugsgröße (für 2009 ein Sechstel von 30.240 Euro = 5.040 Euro) orientieren. Für sogenannte Höherverdienende werden hingegen Höchstbeiträge festgesetzt.


Beitragssätze zu den einzelnen Versicherungszweigen


Die Versicherten der KSK zahlen wie Arbeitnehmer lediglich 50 Prozent des Beitrags der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung an die KSK. Die andere Hälfte des Beitrags zahlen der Bund sowie Unternehmen beziehungsweise Auftraggeber (z.B. Galerien, Verlage, Rundfunkanstalten oder Konzertveranstalter), die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten und dafür eine sogenannte Künstlersozialabgabe entrichten müssen. Die Künstlersozialabgabe ist von den Auftraggebern auch zu entrichten, wenn die Künstler oder Publizisten nicht über die Künstlersozialkasse versichert sind. Damit soll vermieden werden, dass nebenberuflich oder im Ausland Tätige für den Auftraggeber günstiger sind und Wettbewerbsvorteile gegenüber den versicherten Künstlern oder Publizisten erlangen.


Tipp: Die KSK bietet auf ihren Internetseiten verschiedene Informationsschriften zum Download an. Weitere Hinweise zu diesem Thema finden Sie außerdem in der Broschüre "Die Künstlersozialversicherung" des Instituts für Freie Berufe Nürnberg (IFB).

Zuständigkeit

die Künstlersozialkasse (KSK)

Voraussetzungen

Selbstständige Künstler und Publizisten werden grundsätzlich versichert, wenn sie

  • die künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben und
  • im Zusammenhang mit der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigen, es sei denn, die Beschäftigung erfolgt zur Berufsausbildung oder ist geringfügig im Sinne des § 8 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.

Das voraussichtliche Arbeitseinkommen aus der selbstständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit muss die in der Künstlersozialversicherung geltende Geringfügigkeitsgrenze von 3.900 Euro überschreiten. Für Berufsanfänger sieht das Gesetz allerdings einen besonderen Schutz vor. Sie werden auch dann nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz versichert, wenn sie mit ihrem Arbeitseinkommen die Geringfügigkeitsgrenze voraussichtlich nicht überschreiten werden.


Hinweis: Das Künstlersozialversicherungsgesetz sieht verschiedene Ausnahmen von der Versicherungspflicht vor. Erkundigen Sie sich hierüber bei der KSK.

Ablauf

Um in der KSK aufgenommen zu werden, müssen Sie einen schriftlichen Antrag stellen. Die Antragsunterlagen (Fragebogen zur Prüfung der Versicherungspflicht für Künstler und Publizisten, Ausfüllhinweise, Informationsschrift) finden Sie zum Download auf den Internetseiten der KSK. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, die Unterlagen über ein Bestellformular anzufordern.


Hinweis: Sie erhalten von der KSK unaufgefordert eine Eingangsbestätigung Ihres Antrags.


Sind alle Versicherungsvoraussetzungen erfüllt, erteilt die KSK einen Feststellungsbescheid. Die KSK meldet Sie bei derjenigen gesetzlichen Kranken- beziehungsweise Pflegekasse, die Sie gewählt haben, und bei der Datenstelle des Rentenversicherungsträgers an.

Unterlagen

  • Fotokopie des Personalausweises/Reisepasses
  • Tätigkeitsnachweise (z.B. Nachweis über eine künstlerische oder publizistische Ausbildung, Verträge mit Ihren Auftraggebern, Abrechnungen Ihrer Auftraggeber, Bescheinigung über die Mitgliedschaft in berufsständischen Interessenverbänden)
  • wenn Sie bereits Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse sind: Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse
  • wenn Sie ein Kind erziehen oder erzogen haben: Kopie der Geburtsurkunde Ihres Kindes, Nachweis der Elterneigenschaft

Fristen

Den Antrag sollten Sie stellen, sobald Sie als selbstständiger Künstler oder Publizist die Voraussetzungen für die Aufnahme in die KSK erfüllen.


Die Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialgesetz beginnt grundsätzlich mit dem Tag, an dem der Antrag bei der KSK eingeht. Besteht zum Zeitpunkt der Meldung bei der KSK Arbeitsunfähigkeit, beginnt die Versicherungspflicht erst mit Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit.


Die Versicherungspflicht endet mit dem Tag, an dem Sie Ihre selbstständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit aufgeben. Sie sind daher verpflichtet, eine Änderung in Ihren Tätigkeiten der KSK unverzüglich mitzuteilen.

Kosten

Für pflichtversicherte Selbstständige besteht gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse bei Arbeitsunfähigkeit der gleiche Leistungsanspruch wie für Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass ein Selbstständiger Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse ab der siebenten Woche seiner Arbeitsunfähigkeit erhält.


Da ein Selbstständiger für die ersten sechs Wochen seiner Arbeitsunfähigkeit keinen Arbeitgeber zu einer Lohnfortzahlung heranziehen kann, besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Wahltarifen bei der zuständigen Krankenkasse gegen einen zusätzlichen Beitrag, der nicht an die KSK, sondern direkt an die Krankenkasse zu entrichten ist, einen früheren Krankengeldanspruch (spätestens ab dem 15. Tag) abzusichern. Wenden Sie sich deswegen bitte an Ihre Krankenkasse.


Hinweis: Bitte berücksichtigen Sie, dass einem selbstständigen Künstler oder Publizisten einerseits die Vergünstigungen des Künstlersozialversicherungsgesetzes zustehen können, während er andererseits gleichzeitig auch zur Künstlersozialabgabe herangezogen wird, wenn er regelmäßig Aufträge an andere selbstständige Künstler oder Publizisten erteilt.

Rechtsgrundlagen


Lebenslagen