Verfahrensbeschreibungen & Dienstleistungen

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Förderung von Aufstiegsfortbildungen 'Meister-BAföG'

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) bietet die Möglichkeit, die berufliche Fortbildung durch den Besuch von Meisterkursen oder anderen Lehrgängen, die auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereiten, finanziell zu unterstützen.


Die Förderung bezieht sich grundsätzlich auf alle Berufsbereiche (einschließlich der Gesundheits- und Pflegeberufe), und zwar unabhängig davon, in welcher Form die Fortbildung durchgeführt wird (Vollzeit, Teilzeit, mediengestützt oder als Fernunterricht).


Hinweis: Die Antragsteller dürfen noch nicht über einen staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulabschluss verfügen.


Eine Altersgrenze des zu fördernden Personenkreises besteht nicht.


Höhe der Leistungen

  • Maßnahmebeitrag (zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren): in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren, höchstens jedoch 10.226 Euro (unabhängig vom Einkommen und Vermögen)
    Die Förderung wird in Höhe von 30,5 Prozent als Zuschuss gezahlt, der restliche Teil als zinsgünstiges Bankdarlehen. Das Darlehen ist während der Fortbildung und während einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren (längstens jedoch sechs Jahre) zins- und tilgungsfrei.
  • Die Erstellung der fachpraktischen Arbeit im Handwerk (Prüfungsstück) sowie vergleichbarer Arbeiten in anderen Wirtschaftsbereichen kann bis zur Hälfte der notwendigen Kosten, höchstens jedoch bis zu 1.534 Euro gefördert werden.
    Diese Förderung wird als zinsgünstiges Bankdarlehen gezahlt.
  • Teilnehmer an Vollzeitlehrgängen erhalten – abhängig vom Einkommen und Vermögen des Maßnahmeteilnehmers beziehungsweise dem Einkommen seines Ehegatten – monatlich zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt:
    • Alleinstehende ohne Kind: maximal 675 Euro
    • Alleinerziehende mit einem Kind: 885 Euro (für jedes weitere Kind erhöht sich der Darlehensanteil um 210 Euro)
    • Verheiratete ohne Kind: 838 Euro
    • Verheiratete mit einem Kind: 1048 Euro (für jedes weitere Kind erhöht sich der Darlehensanteil um 210 Euro)

Hinweis: Von den genannten Beträgen können derzeit maximal 202 Euro als Zuschuss bezahlt werden. Der restliche Teil der Förderung ist ein zinsgünstiges Bankdarlehen. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Das Darlehen ist während der Fortbildung und während einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren (längstens jedoch sechs Jahre) zins- und tilgungsfrei.


Alleinerziehende erhalten Kinderbetreuungskosten in der Höhe von 113 Euro pro Kind als Zuschuss gezahlt.

Zuständigkeit

für die Entgegennahme von Förderanträgen: in der Regel das Landratsamt

Voraussetzungen

  • eine nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss
  • förderungsfähige Maßnahme
    Die Maßnahme muss gezielt auf öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfungen nach dem BBiG, der HwO oder auf gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht vorbereiten, die über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen.
  • deutsche Staatsangehörigkeit
  • Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes, sowie Ehegatten und Kinder von diesen und andere Ausländer, die eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt haben

Ablauf

Sie müssen die Förderung bei der zuständigen Stelle unter Verwendung der entsprechenden Formblätter beantragen. Die für die Antragstellung erforderlichen Formblätter können Sie persönlich, telefonisch oder schriftlich dort anfordern. Auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stehen sie auch zum Download zur Verfügung.


Die ausgefüllten Formblätter können Sie der zuständigen Stelle persönlich aushändigen oder per Post zusenden.


Der Bewilligungsbescheid wird Ihnen schriftlich zugestellt. Ist Ihnen ein Zuschuss bewilligt worden, wird dieser Betrag monatlich vom Land auf das von Ihnen angegebene Konto überwiesen. Haben Sie einen Anspruch auf ein Darlehen, wird Ihnen parallel zum Bewilligungsbescheid ein Darlehensangebot (Vertragsentwurf) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zugesandt.


Durch das Unterschreiben des Vertrages (mit Bestätigung der Unterschrift durch ein Amt) nehmen Sie die Konditionen an. Trifft der unterschriebene Vertrag innerhalb der vorgesehenen Frist, die Ihnen mit dem Bewilligungsbescheid mitgeteilt wird, bei der KfW ein, ist der Kreditvertrag zustande gekommen.


Hinweis: Die im Bescheid genannten Darlehensbeträge sind Höchstbeträge. Wünschen Sie einen niedrigeren Betrag, geben Sie bitte diesen Betrag an. Wenn Sie keine Angaben machen, erhalten Sie den Höchstbetrag.


Im weiteren Verlauf (z.B. Abschluss des Vertrags, Ratenzahlung, Rückforderung) ist die Kreditanstalt für Sie zuständig. Nähere Informationen zu Auszahlung, Zinsen und Rückzahlung erfahren Sie bei der KfW.

Unterlagen

  • Nachweis über ein eigenes Einkommen und Vermögen sowie über das Einkommen des Ehegatten (nur bei Vollzeitmaßnahmen)
  • Nachweis über Unterbringungskosten (z.B. Mietvertrag)

Hinweis: Über weitere erforderliche Unterlagen informiert Sie die zuständige Stelle.

Fristen

Förderungshöchstdauer

  • für eine Fortbildung in Vollzeit: maximal 24 Monate
  • für eine Fortbildung in Teilzeit: maximal 48 Monate
  • für eine Fortbildung, die nicht in einem zusammenhängenden Kurs oder Lehrgang stattfindet, sondern sich in mehrere Teile (sogenannte Maßnahmeabschnitte) gliedert, wobei sämtliche Teile innerhalb eines bestimmten Zeitraumes absolviert werden müssen:
    • maximaler Zeitrahmen bei Vollzeitmaßnahmen: 36 Monate
    • maximaler Zeitrahmen bei Teilzeitmaßnahmen: 48 Monate

Werden Maßnahmeabschnitte abwechselnd in Vollzeit- und Teilzeitform absolviert, dann werden die Förderungshöchstdauer und der maximale Zeitrahmen individuell von der zuständigen Behörde festgelegt. Gliedert sich die Fortbildung in mehrere Abschnitte, muss die Förderung für jeden Abschnitt gesondert beantragt werden.


Der Bewilligungszeitraum beginnt mit der Aufnahme der Fortbildungsmaßnahme, frühestens jedoch mit dem Antragsmonat.

Sonstiges

Das Meister-BAföG bietet über den Darlehensteilerlass einen Anreiz für potenzielle Existenzgründer, nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und Arbeitsplätze zu schaffen. Dieser beträgt derzeit bis zu 66 Prozent der auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehen.


In der Regel werden Aufstiegsfortbildungen gefördert, die im Inland stattfinden. Aber auch Aufstiegsfortbildungen, die ganz oder teilweise im EU-Ausland stattfinden und aufgrund von Kooperationsvereinbarungen zwischen den in den jeweiligen Mitgliedstaaten zuständigen Stellen durchgeführt werden, können gefördert werden. Dazu zählen beispielsweise Lehrgänge, die außer auf ein deutsches auch auf ein entsprechendes Ausbildungsziel eines anderen EU-Mitgliedstaates vorbereiten.


Weitere Informationen erhalten Sie unter der gebührenfreien Info-Hotline 0800/6223634 und auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema "Meister-BAföG" sowie auf den Seiten des Regierungspräsidiums Stuttgart.




Rechtsgrundlagen

Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)


Lebenslagen