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ÜbersichtZivildienst6. Finanzielle Leistungen

6. Finanzielle Leistungen

Während des Zivildienstes haben Sie als Zivildienstleistender einen Anspruch auf Zahlung von Sold, "Weihnachtsgeld", Entlassungsgeld und Reisekosten.


Unter bestimmten Voraussetzungen kommen der Mobilitätszuschlag und Entschädigungen für nicht erhaltene Sachleistungen hinzu. Das sind:

  • Verpflegungsgeld
  • Kleidergeld
  • Erstattungen der Miet- und Mietnebenkosten
  • Fahrkosten

Sold


Der Sold wird jeweils zum 15. jedes Monats von der Zivildienststelle auf Ihr Konto überwiesen. Es gibt folgende Soldgruppen:

  • Soldgruppe 1: 9,41 Euro pro Tag
  • Soldgruppe 2: 10,18 Euro pro Tag
  • Soldgruppe 3: 10,95 Euro pro Tag

Hinweis: Die Soldgruppen 2 und 3 werden nach drei beziehungsweise sechs Monaten Dienstzeit gewährt, wenn Eignung, Befähigung und Leistung vorliegen.


Weihnachtsgeld


Im Monat Dezember wird Ihnen eine besondere Zuwendung gezahlt (sogenanntes "Weihnachtsgeld"). Diese beträgt 115,20 Euro. Bei Entlassung vor Ablauf der vollen Dienstzeit erhalten Sie vermindertes Weihnachtsgeld.


Entlassungsgeld


Das Entlassungsgeld beträgt nach Ableistung der vollen Dienstzeit 460,80 Euro. Es wird am Entlassungstag fällig und wird von der Dienststelle gezahlt. Bei Entlassung vor Ablauf der vollen Dienstzeit erhalten Sie vermindertes Entlassungsgeld.


Verpflegungsgeld


Sie erhalten in der Regel Verpflegung, die unentgeltlich von der Dienststelle bereitgestellt wird. Erhalten Sie keine Verpflegung, zahlt Ihnen die Dienststelle 7,20 Euro für jeden Tag.


Kleidergeld


In der Regel erhalten Sie von der Dienststelle keine Arbeitskleidung und Wäsche. In diesem Fall zahlt Ihnen die Dienststelle 1,18 Euro pro Tag als Entschädigung.


Miet- und Mietnebenkosten


Unter bestimmten Voraussetzungen werden Ihre Wohnraumkosten nach dem Unterhaltssicherungsgesetz von der Unterhaltssicherungsbehörde übernommen. Bei fehlender Unterkunft kommt auch eine Kostenübernahme Ihrer Dienststelle in Betracht. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Verfahrensbeschreibung "Unterhaltssicherung".


Tägliche Fahrten


Notwendige und entstandene Fahrkosten für tägliche Fahrten zwischen Ihrer Dienststelle/Einsatzstelle und Ihrer Wohnung werden von der Dienststelle erstattet, sofern die Entfernung zwischen Wohnung und Dienststelle/Einsatzstelle mehr als zwei Kilometer beträgt und keine Anordnung zum Wohnen in der dienstlichen Unterkunft erteilt worden ist.


Reisekosten


Bei einer Dienstreise wird das Bundesreisekostengesetz angewendet. Für Reisen bei erstmaligem Dienstantritt und der Entlassung werden Fahrgutscheine zur Verfügung gestellt. Die Reisekosten anderer Dienstreisen (z.B. zu Einführungslehrgängen) werden von der Dienststelle erstattet.


Fahrten für die Dienststelle


Fahrten zur Erledigung der Arbeiten für die Dienststelle werden von dieser bezahlt.


Familienheimfahrten


An dienstfreien Tagen können Sie kostenlos zu der eigenen Wohnung, zu der Wohnung Ihrer Familie (Ehefrau, Kinder, Eltern) oder zu einer nahe stehenden Person (wenn die vorherigen Punkte nicht erfüllt sind) reisen. Dabei dient der Dienstausweis in Verbindung mit dem Personalausweis als Fahrausweis für die Deutsche Bahn AG. Die Bahnhofsnamen des Dienstortes und des von Ihnen gewählten Zielortes sind von der Dienststelle im Dienstausweis einzutragen.


Achtung: Im Regionalverkehr oder bei Verkehrsverbünden gelten Sonderregelungen. Es wird empfohlen, dass Sie sich vorher bei der Deutschen Bahn erkundigen. Ist die Benutzung des Dienstausweises als Fahrausweis nicht möglich, kann auf Antrag eine Reisebeihilfe gewährt werden (vorrangig für die Benutzung regelmäßig verkehrender Beförderungsmittel). Sie müssen dem Antrag die Originalfahrausweise beifügen. Es werden die notwendigen Kosten (sofern möglich: Mehrfahrtenkarten) erstattet. Bitte beachten Sie ebenfalls die Ausschlussfrist von drei Monaten. Die Frist beginnt mit dem Tag nach Beendigung des Monats, in dem Sie die Familienheimfahrt durchgeführt haben.


Reisebeihilfe für die Benutzung eines nicht regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittels (z.B. Pkw) oder für das anderweitige Zurücklegen von Strecken (z.B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad) wird nur unter bestimmten Voraussetzungen und für Strecken von mindestens drei Kilometern gewährt. Die Erstattung einer Kilometerpauschale ist nicht zulässig. Für Familienheimfahrten in das Ausland gelten besondere Regelungen. Nähere Informationen finden Sie auch im Leitfaden für die Durchführung des Zivildienstes unter F 12 I ff.


Tipp: Einen Antrag auf Gewährung von Reisebeihilfe finden Sie auf den Seiten des Bundesamtes für den Zivildienst (BAZ).


Soziale Absicherung


Die soziale Absicherung der Zivildienstleistenden und ihrer Angehörigen erfolgt ansonsten durch Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz. Einzelheiten finden Sie in den Verfahren und im Kapitel "Soziale Sicherheit".


Die Beiträge zu einer privaten Alters- und Hinterbliebenenvorsorge (Kapitallebensversicherung, private Rentenversicherung) können auf Antrag nach den Bestimmungen des Dritten Abschnitts des Arbeitsplatzschutzgesetzes erstattet werden. Den Antragsvordruck erhalten Sie bei der Zivildienststelle oder auf den Seiten des Bundesamtes für den Zivildienst.

Zugeordnete Verfahren und Dienstleistungen