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7. Bodenschutz

Boden ist Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen. Boden entsteht, wenn Gestein durch die Einflüsse von Wind und Wetter zersetzt wird und sich darauf Reste von Pflanzen absetzen, die von Kleinstlebewesen in Humus verwandelt werden. Dieser Prozess dauert sehr lange, etwa 200 bis 300 Jahre für einen Zentimeter Boden. Je nachdem, wie nährstoffreich ein Stück Boden ist und von welchen Pflanzen es bewachsen ist, kann der Boden große Mengen an Wasser aufnehmen. Das Wasser wird im Boden von Schadstoffen gereinigt und steht den Menschen als Grundwasser wieder zur Verfügung.


Durch intensive Landwirtschaft, das Abholzen von Wäldern und die Bebauung mit Häusern und Straßen gehen große Bodenflächen verloren. Boden, auf dem keine Pflanzen wachsen, wird vom Wind abgetragen oder von Niederschlägen weggeschwemmt. Zerstörte Bodenflächen können nicht wieder hergestellt werden, weil sie über Jahrhunderte entstanden sind und von Pflanzen und Mikroorganismen besiedelt wurden.


Zahlreiche Informationen zum Thema "Boden" finden Sie auf dem Portal "bodenwelten.de" und im Themenpark Umwelt des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.


1998 wurde das Bundes-Bodenschutzgesetz erlassen. Die Umsetzung dieses Gesetzes liegt bei den Bundesländern. Das Gesetz regelt bestimmte Grundpflichten zum Bodenschutz, wie zum Beispiel die Entsiegelung von nicht mehr genutzten Flächen. Außerdem ist darin fest gelegt, dass Böden saniert werden müssen, die durch industrielle Nutzung oder durch Abfälle verunreinigt wurden. Das Landes-Bodenschutz- und Altlastengesetz ergänzt die Bestimmungen des Bundesrechts.


Der Zweite Bodenschutzbericht der Bundesregierung zeigt Entwicklungen im Bereich des Bodenschutzes auf, vor allem in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Auch im Umweltplan des Landes finden Sie ein Kapitel, in dem Sie sich über die Böden und die Beanspruchung von Flächen in Baden-Württemberg informieren können.


Das Land fördert Maßnahmen in der Landwirtschaft, mit denen die Erosion eingedämmt und die Fruchtbarkeit der Böden auf Dauer gesichert werden kann.


Versiegelung


Durch den Bau von Straßen, Häusern und Industrieanlagen werden große Bodenflächen geschlossen, die Erde hat keinen Kontakt zur Luft mehr, Lebewesen können nicht zur Erdoberfläche durchdringen. Tunnelbauten und tiefe Keller tragen ebenfalls zur Versiegelung der Böden bei.


Die Versiegelung von großen Flächen ist auch deshalb problematisch, weil bebaute Bodenflächen kein Wasser mehr aufnehmen und speichern können. Das Wasser geht verloren, weil es direkt in die Kanalisation fließt und nicht in das Grundwasser übergeht. Die Gefahr von Überschwemmungen und Hochwasser steigt, weil zu wenige Bodenflächen frei sind, um bei starken Niederschlägen Wasser aufzunehmen.


Schadstoffe im Boden


Emissionen aus Fabriken und durch den Straßenverkehr schlagen sich über kurz oder lang immer in den oberen Bodenschichten nieder. Auch durch Düngemittel in der Landwirtschaft oder ausgebrachten Klärschlamm lagern sich viele Schadstoffe im Boden ab. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die Verwertung von Klärschlamm in Heizkraftwerken, um zu vermeiden, dass die Überreste aus den Kläranlagen auf die Felder ausgebracht werden.


Verunreinigungen von Böden mit Chemikalien oder Abfällen werden im Bodenschutz- und Altlastenkataster erfasst. Wenn Sie ein Grundstück besitzen oder erwerben wollen, können Sie in unserer Verfahrensbeschreibung nachlesen, wie Sie Auskünfte aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster erhalten.


Informationen zum Thema "Grundstück" finden Sie in der entsprechenden Lebenslage.

Zugeordnete Verfahren und Dienstleistungen