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ÜbersichtFreiberufler3. Freie Berufe ohne Zulassungsvoraussetzungen3.2. Versicherungspflicht

3.2. Versicherungspflicht

Auch Freiberufler unterliegen unter bestimmten Umständen der Versicherungspflicht. In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Besonderheiten in freien Berufen ohne Zulassungsvoraussetzungen hinsichtlich folgender Versicherungen gelten:

Bei der Einstufung innerhalb der einzelnen Versicherungszweige spielt die Frage nach der Selbständigkeit eine zentrale Rolle. Besonders in neuen Berufsfeldern sind Freiberufler häufig als freie Mitarbeiter tätig. Freie Mitarbeiter sind aber nicht automatisch "echte" Selbständige, denn auch sie können in einer abhängigen Beschäftigung stehen.


Achten Sie sowohl als Arbeitgeber als auch als Auftragnehmer darauf, dass es bei der Tätigkeit nicht zu einer sogenannten "Scheinselbständigkeit" kommt, bei der in Wahrheit doch ein Beschäftigungsverhältnis eingegangen wird und der Auftragnehmer vom Arbeitgeber wie ein Arbeitnehmer abhängig ist. Wenn hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Einordnung einer Erwerbstätigkeit als selbständige Tätigkeit oder abhängige Beschäftigung Unklarheiten bestehen, verschafft das Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung Bund hierüber Rechtssicherheit für die Beteiligten.


Tipp: Über die im Folgenden beschriebenen Versicherungen hinaus sollten Sie – je nach Tätigkeit – über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Auch der Abschluss betrieblicher Versicherungen (z.B. Berufshaftpflicht-, Betriebsunterbrechungs- und Betriebskostenversicherung) kann empfehlenswert sein. Lesen Sie hierzu vertiefend die Broschüre "GründerZeiten: Betriebliche Versicherungen" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.


Rentenversicherung


Als Arbeitnehmer tätige Freiberufler sind grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig.


Selbständig Tätige, die keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind, sind ebenfalls in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig.


Als selbständiger Künstler oder Publizist sind Sie über die Künstlersozialkasse (KSK) pflichtversichert. Einzelheiten hierzu finden Sie in den Verfahrensbeschreibungen.


Tipp: Darüber hinaus steht Ihnen die Möglichkeit frei, private Altersvorsorge zu betreiben. Im Kapitel "Private Altersvorsorge für Freiberufler" auf den Internetseiten des Bundesverbandes der Freien Berufe finden Sie weitere Informationen.


Kranken- und Pflegeversicherung


Selbständige sind grundsätzlich nicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Sie können sich unter Umständen als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichern oder einer privaten Versicherung beitreten.


Eine Ausnahme stellen Landwirte sowie Künstler und Publizisten dar. Für Landwirte sind die Landwirtschaftlichen Krankenkassen zuständig. Künstler und Publizisten müssen sich bei der Künstlersozialversicherung versichern. Weitere Informationen zu diesem Themenbereich bieten die Verfahrensbeschreibungen.


Darüber hinaus sind seit April 2007 Personen ohne anderweitigen Krankenversicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, wenn sie unter anderem zuletzt gesetzlich versichert waren. Diese Versicherungspflicht gilt auch für Selbständige.


Unfallversicherung


Versicherungsfälle sind der Arbeitsunfall und die Berufskrankheit. Zum Arbeitsunfall zählt nicht nur der im Betrieb bei der eigentlichen Arbeitstätigkeit erlittene Unfall, sondern auch der Wegeunfall (Zurücklegen des Weges von der Wohnung zum Ort der Tätigkeit und zurück).


In den zulassungsfreien freien Berufen besteht in der Regel keine Versicherungspflicht. Sie können aber eine freiwillige Unfallversicherung bei der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft abschließen.


Als Arbeitgeber sind Freiberufler verpflichtet, ihre Angestellten entsprechend in der Unfallversicherung zu versichern.


Tipp: Die Broschüre "Berufsunfallversicherung der Freien Berufe" bietet weitere Hinweise zu diesem Themenbereich sowie eine Auflistung der wichtigsten Berufgenossenschaften.


Arbeitslosenversicherung


Seit Februar 2006 besteht auch für Selbständige die Möglichkeit, in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Weiterversicherung. Näheres finden Sie in der Verfahrensbeschreibung.

Zugeordnete Verfahren und Dienstleistungen