Lebenslagen

ÜbersichtBehinderung6. Pflegeversicherung6.4. Pflegepersonen

6.4. Pflegepersonen

In Deutschland werden derzeit über 1,9 Millionen Menschen zu Hause gepflegt und betreut. In den meisten Fällen leisten Angehörige, Verwandte oder Freunde eine aufopfernde und immer schwierige Arbeit.


Für Pflegepersonen ist es wichtig und unerlässlich, zum einen sozial abgesichert zu sein und zum anderen ihre Leistung auch honoriert zu bekommen.


Pflegebedürftige können das Pflegegeld, das sie von der Pflegekasse ausgezahlt bekommen, an die jeweilige private Pflegeperson weitergeben. Dies stellt jedoch keine gehaltsähnliche Zahlung dar. Es ist vielmehr als Ausgleich für den Arbeits- und Zeitaufwand der Pflegeperson gedacht.


Freistellung für Berufstätige

  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung
    Ist ein pflegebedürftiger naher Angehöriger in einer akut aufgetretenen Pflegesituation, besteht die Möglichkeit, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fern zu bleiben. In dieser Zeit soll eine bedarfsgerechte Pflege organisiert oder eine pflegerische Versorgung sichergestellt werden. Dies ist dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen und gegebenenfalls auch mit einer ärztlichen Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit zu belegen.
  • Pflegezeit
    Um einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen zu können, ist es möglich, sich bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen zu lassen. Der Anspruch besteht nur gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten. Als nahe Angehörige gelten insbesondere: Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Großeltern, Eltern, Geschwister, Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, Enkelkinder sowie die Schwiegereltern und Schwiegerkinder.
    Dies muss dem Arbeitgeber spätestens zehn Arbeitstage vor Beginn schriftlich angekündigt und auch der Zeitraum, der in Anspruch genommen werden soll, benannt werden. Die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen muss nachgewiesen werden.

Zugeordnete Verfahren und Dienstleistungen